Wie Hund und Katz` - aber alles easy-
Kapitel 1
Unser kleines Rudel
entstand unfreiwillig und wuchs mit den Jahren.
Wie schon in der Geschichte Bärenelfe erwähnt, sind wir 2003 im Herbst in unser
Haus ins Okertal gezogen, mit unseren zu pflegenden Eltern. Zu der Zeit
hatten wir auch drei Katzenomis: Sina, Feli und Trixi, die bei unserem Umzug
selbstverständlich auch dabei waren. Die älteste von ihnen war unsere Sina, sie
war schon stolze 17 Jahre alt, Feli und Trixi waren 14 und 13 Jahre. Die alten Damen
machten den Umzug super mit, ohne zu knurren und zu maunzen. Sie eroberten ihr
neues Zuhause und erkundeten das Territorium. Unser Bella, eine
Bordercolliehündin, haben wir erst mit 12 Wochen zu uns geholt, als wir mit
unseren Umbauaktionen im und ums Haus herum einigermaßen fertig und auf Reihe
waren, so dass es auch für einen Welpen nicht mehr gefährlich war. Ein
Wohnzimmer hatten wir noch nicht, das war erst einen Tag vor Heiligabend
fertig, und im Flur lagen noch immer die Materialien, die Fußbodenbretter und
die Unterkonstruktion dafür rum. Es spielte sich zu der Zeit noch alles in
unserer Wohnküche ab und es wurde nebenbei täglich gehandwerkelt. Unsere
Katzenomis und Baby Bella kamen von Anfang an gut miteinander zurecht. Die
Katzen nahmen den Welpen unter ihre erzieherische Aufsicht, und zeigten ihm was
man so wissen sollte als „Katze“, zum Beispiel, wofür man seine Pfoten
einsetzen sollte und was man mit seinem Schwanz so anstellt, wie er bei
Aufregung und Anspannung zucken kann, und noch vieles mehr, es war so niedlich,
und Bella war eine ausgezeichnete Schülerin. Wie gut, dass sie ihre eigene
Sprache noch behielt und bellte, statt zu miauen… An manchen Tagen stand
unsere Hündin vor uns und winkte mit ihrer Pfote, wie eine chinesische Glückskatze.
Andere Hunde stupsen ihre Menschen an, wenn sie was wollten, unsere Bella
winkte, wie eine Katze beim Schmetterlinge fangen. So vergingen die Jahre,
unsere Katzenomis gingen über die Regenbogenbrücke als ihre Zeit gekommen war,
und unser Welpe wuchs zu einer wunderschönen Bordercolliedame heran. Wir
trafen bei unseren Gassirunden immer mal wieder einen wunderschönen Rüden der
gleichen Rasse, dreifarbig und ganz zauberhaft in seinem Wesen, direkt zum
Verlieben, und dieser Funke sprang auch bei den Hunden über, es begann eine
never ending Lovestory MAX & BELLA eine echte Hundeliebe. Und
irgendwann hatte ich den Wunsch, dass wieder Katzen ins Haus kommen
sollten. Mein Mann war schnell zu überzeugen und durch meinen Bruder und seine
Frau holten wir uns ein paar Tage später einen kleinen roten Kater von einem
Bauernhof im Nachbarort. Wir ließen ihn zum kennenlernen in der Transportbox,
damit Hund und Kater sich beschnüffeln konnten. Unsere Hündin war außer
Rand und Band, sie bellte und knurrte und führte sich auf, als hätten wir einen
wilden Tiger angeschleppt. Es war Vormittags, und wir dachten, dass sich Bella
irgendwann im Laufe des Tages beruhigen und sich die Lage entspannen würde.
Aber das tat es nicht. Bella war vom Bellen schon heiser, sie sprang gegen die
Box oder haute mit ihren Pfoten darauf und ließ sich auch nicht in ihre
Schranken weisen oder beruhigen. Der kleine Kater saß zitternd und immer mal
zaghaft fauchend in der hintersten Ecke der Box. Es war zum Scheitern
verurteilt. Enttäuscht und mit schlechtem Gewissen brachten wir den Kater am
Abend zurück auf den Bauernhof. Nicht nur, dass es uns dabei schon blöd ging,
den kleinen Kerl wieder zurückzubringen, mussten wir uns vom Bauern auch noch
unschöne Beschimpfungen anhören. Aber es war nun mal nicht zu ändern, und mein
Bauchgefühl sagte mir, das passt nicht mit den beiden Tieren, da nützt es auch
nicht Geduld zu haben. Ich legte meinen Wunsch nach einer Katze erstmal
auf Eis. Ein paar Jahre später
trennte sich eine unserer Töchter von ihrem Partner und zog, samt ihrer Katze
Kira, vorübergehend bei uns ein. Kira war eine hübsche schwarz/ weiße Katze,
die auch keine Schwierigkeiten damit hatte, ihr neues Reich zu erkunden und für
gut zu heißen. Kira war eine Stadtkatze, ein weiblicher Stubentiger, sowie auch
eine Freigängerin, die ihre Menschen sehr gut im Griff hatte. Sie fühlte sich
von Anfang an wohl in unserer ländlichen Idylle und Bella und Kira hatten auch
keinerlei Probleme miteinander. Die Dame aus der Stadt zeigte Bella vom Lande
wie man eine Diva ihres Standes zu behandeln hatte. Und es lief, zwar ab und zu
mal rückwärts, aber es lief !!! Der einzige Wermutstropfen im Umgang mit Kira
war, dass sie keine Schmusekatze war, sie ließ sich nur beim Fressen von uns
streicheln, sonst biss und kratzte sie. Als unsere Tochter irgendwann wieder
auszog in eine eigene Wohnung, blieb Kira bei uns. Im Juni 2008 hatte mein
Mann bei Freunden zu tun und fragte mich als er heimkam, ob wir einen kleinen
roten Kater haben wollen. Er war der letzte aus dem Wurf, und es hatte sich
noch niemand für ihn interessiert. Er war schon 12 Wochen alt und keiner wollte
ihn. Ich war zuerst sehr skeptisch, nach der Aktion mit dem Bauernhofkaterchen
und Bella. Dann waren wir uns einig, dass wir es noch mal versuchen wollten.
Wir stellten aber gleich von vornherein die Bedingung, dass, wenn es
nicht funktioniert, sie ihn wieder bei sich aufnehmen müssen. Wir bereiteten
den Einzug des Katzenkindes dieses mal vor. Mein Mann brachte ein getragenes
T-Shirt zu unseren Freunden, welches sie in sein Schlafplatz legten, damit er
unseren Geruch und später auch Bella an dem Kater Herrchens Geruch, wahrnehmen
konnte. Der kleine Kater zog bei uns ein. Es hat besser geklappt als beim
ersten Versuch. Bella hat auch dieses mal lautstark gemeckert, aber nur ein-
zweimal, dann war gut. Wir nannten den Kater Oscar, denn er war
frech wie Oscar. Nach nicht mal zwei Tagen waren Oscar und Bella Freunde fürs
Leben. Auch unsere Stadtdiva Kira hat den kleinen, frechen Kerl gleich
akzeptiert. Besser konnte es eigentlich gar nicht laufen.
In dem Jahr wuchs unser Rudel
noch etwas an. Wir dachten, dass der kleine Oscar glücklicher wäre, wenn er
noch eine Katzengefährtin hätte, mit der er aufwachsen könnte, und kurz
entschlossen bekam Oskar 3 Tage später eine Spielgefährtin. Es war eine
trikolor Glückskatze, und wir nannten sie Lilly.
Alle schienen glücklich und zufrieden.
Die Katzenkinder wuchsen und waren ein Herz und eine Seele. Unsere Bella immer
mitten drin. Hüten, verstecken spielen, fangen, jagen oder einfach nur
miteinander kuscheln. Auch unsere Stadtdiva Kira hat mit Oscar im Garten
verstecken gespielt, wir waren begeistert, und glücklich.
Wir hatten unsere jungen Katzen ein gutes halbes Jahr, sie waren entwurmt,
geimpft und gesund, da sollten wir erfahren, dass Katzen eine sehr sensible
Antenne haben. Wir wurden übers Wochenende eingeladen mit zwei Übernachtungen.
Es hörte sich alles sehr schön und verlockend an.
Aber wir hatten ja unsere Tiere, wer sollte sich kümmern?! Uns hätte diese
kleine Auszeit nach Jahren mal gut getan, aber nun hatten wir, Hund, Katze,
Hühner und einen Hasen.
Unsere Tochter bot sich an die Tiere am Abend zu versorgen und mein Bruder
wollte unsere Bella übers Wochenende zu sich holen. Das wäre eine Möglichkeit,
aber immer noch nicht die perfekte. Unsere Katzenkinder brauchten noch drei mal
am Tag ihr Futter, sie waren doch noch so klein. Sie brauchten ihre Kuschel-
und Streicheleinheiten. Ich hatte kein gutes Bauchgefühl dabei. Unser
Oscar nahm uns dann die Entscheidung ab,
Oscar
wurde krank...
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